Proberolle

Männer sind ja wie Kinder, große Männer wie verrückte Kinder. Wir haben uns ja diesen neuen
Grill gekauft. Und wenn ich schon so einen Brenner am Heck klemmen habe, dann will ich den
natürlich auch mal austesten. Jetzt ist der Januar standardmäßig ja nicht so der echte Outdoor
Grillzeitpunkt, aber wenn es in einem brodelt, dann gibt es keine Wahl. Wetterbericht abchecken,
Mist wieder Dauerregen und Schneefall angekündigt.

Aber dann, Sonntag soll es kurze, trockene Abschnitte bei frostigen Temperaturen geben. Das ist der
Moment, in dem sofort ins Auto gesprungen wird und ab zum Meet-Dealer. Die freundliche
Fleischereifachverkäuferin grinst als ich „2 Kilo Kamm-Kotelette ohne Knochen am Stück“ sage. Ein freundliches
„Wir haben da einen Braten da“ kam bei mir nicht richtig an. Die Diskussion ging dann soweit, bis die
Gute den Braten und ein Kotelett anbrachte und mir zeigen konnte das beides vom selben Stück kommt.
Mit den entsprechenden Tipps wie ich das aufschneiden soll ging es dann weiter.

Schnell noch die restlichen Zutaten gekauft und etwas Kordel für das wickeln besorgt. So kann es Sonntag losgehen.

Menü heute:

Selbstgemachter Rollbraten vom Schwein, an gedünstetem Spitzkohl mit Rosmarinkartoffeln

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Die Zutaten:

Das Fleisch:

  • 2kg Stielkotelette am Stück (ausgebeint)
  • 1 große Zwiebel (scharf, keine Metzgerzwiebel)
  • 2-3 EL Dijon Senf
  • 100 g Speck, fein geschnitten
  • Olivenöl
  • Paprika Rosenscharf
  • Paprika Edelsüß
  • Salz / Pfeffer

Der Kohl:

  • etwa 1,5 kg Spitzkohl
  • 1 mittlere Zwiebel
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl

 

Die Kartoffeln:

  • 250 g mehlig kochende Kartoffeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Zweig frischen Rosmarin
  • grobes Meersalz

Zubehör / Hilfsmittel:

  • Drehspies inkl. Motor
  • Verlängerungskabel
  • Backblech
  • helfende Hände (z.B. Ehefrau 🙂 )

Endlich ist es soweit, Sonntag. Schnell einen Blick nach draußen, trocken – wie klasse. Also Frühstücken
mit der Familie und dann geht es endlich in die Küche. Ich kann euch sagen, es ist erstaunlich wie schnell
so ein Rollbraten vorbereitet ist.

WP_20150125_002 Das Fleisch säubern. Dazu vorsichtig die Silberhaut
entfernen. Eventuelles Fett darf aber als netter Geschmacksträger gerne dran bleiben.
Mit einem sehr scharfen Messer das Fleisch etwa in 1 cm Höhe horizontal einschneiden. Danach vorsichtig aufklappen und ab der Mitte nach außen schneiden WP_20150125_003
 WP_20150125_005 Das Fleisch flach drücken und dann mit dem Dijonsenf bestreichen. Ich habe extra eine “Kinderseite” gemacht, da meine Jungs, die alten “Schnöber” das kräftige nicht so mögen.
Selbermachen ist halt klasse, kannst du alles so
machen wie es alle glücklich macht 🙂

Den kleingeschnittenen Speck gleichmäßig auf dem Fleisch verteilen.

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WP_20150125_008 Die Zweibel fein Hobeln (wer möchte hat die auch in kleine Stücke hacken oder andünsten) und dann auf dem Speck verteilen.
Jetzt wird es anstrengend. Das Fleisch, so eng und feste wie möglich zusammenrollen. Dann gut festhalten und mit der Kordel zubinden. Wir haben Vorne –> Mitte –> Hinten und dann zwischendurch gebunden. WP_20150125_010
WP_20150125_013 Seit ehrlich, sieht doch fast aus wie vom Metzger 🙂
Etwas Olivenöl mit Salz und Pfeffer vermischen. Dieses dann großzügig auf dem Fleisch verteilen. WP_20150125_014

So jetzt raus zum Napo, die Hülle runter und den Backburner angeworfen. Bei 5°C Außentemperatur hat sich dieser
recht schnell auf 150°C eingependelt. Doch wie geht es jetzt weiter? Wie bekomme ich wohl den Spieß in den Grill
wo der doch jetzt schon auf Zieltemperatur am laufen ist. Auch kinners, ich bin ja so aufgeregt gewesen.

Na, ob die beiden wirklich noch Freunde werden? WP_20150125_016
WP_20150125_017 Was für ein Brett. Ausgleichsgewichte und die Spieße
rein ins Fleisch. Beim nächsten Mal wird die Anleitung vorher bis zum Ende gelesen, dann sind alle Schrauben auch mal richtig herum angebaut 🙂
Jetzt wird es Zeit die Paprikagewürze, Salz, Pfeffer und Öl zusammen zu mischen. Die Marinade vorbereiten und zur Seite legen. Zu früh bestreichen wir alles dunkel, zu spät bleibt alles blass  WP_20150125_018
WP_20150125_020 Der fühlt sich richtig Wohl auf dem Spieß. Regelmäßig mit der Marinade bestreichen.

Was soll ich sagen, für den Fall dass ihr euch mit der Familie etwas abstimmen müsst wann denn das Essen soweit
wäre, gerade wegen den Beilagen, dann solltet ihr mal grobe 2 Stunden für die Rolle einplanen.

Die kleingeschnittenen Zwiebeln andünsten und dann
nach und nach den Spitzkohl zugeben.
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WP_20150125_025 Den Spitzkohl andünsten bis dieser etwas “eingefallen” ist.

Die Kartoffeln in kleine Würfel schneiden und auf ein Backblech verteilen. Mit groben Meersalz, frischem Pfeffer, dem gezupftem Rosmarin, und etwas Olivenöl würzen. Kartoffeln müssen etwa 20 Min. bei 160°C in den Ofen. Ca. 10 Minuten vor Schluss den kleingeschnittenen Knoblauch zugeben.

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Nach etwa zwei Stunden ist es soweit, Deckel auf und endlich gibt es Essen 🙂

WP_20150125_027 Würde mal sagen, die Zielfarbe ist erreicht. Kerntemperatur liegt bei ca. 75°C
Lecker 🙂 WP_20150125_029
WP_20150125_032 Ich habe den Braten von beiden Seiten angeschnitten. Dann haben die Kids die Scheiben ober Füllung und Senf und wir die mit 🙂

Ich kann nur sagen, einfach eine super leckere Rolle, und für meinen ersten Rollbraten bin ich super Happy.

Viel Spaß beim “nachwickeln”

Böhlie

1 comment on Proberolle

  1. sehr schön Böhli! Ick komm demnächst mal vorbei 😉
    Hab den gleichen Spieß und Backburner seit 2 Jahren im Einsatz. Seit dem gibt’s keine Dosen Hänhchen mehr 😉

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